Von Martin Leineweber

Corona hatte eine ganze Reihe von Konsequenzen für das Schulleben. Besonders einschneidend ist der notwendige Verzicht auf den Chorgesang. Die Aerosol-Ausbreitung gilt beim Singen als besonders hoch und begünstigt die Ansteckungsgefahr in hohem Maße. Einfach die Hände in den Schoß legen und warten bis die Pandemie den Weg wieder frei gibt, das kam für die Arbeitsgemeinschaft Oberstufenchor aber nicht infrage. Die Lösung: der Glockenchor nach angelsächsischem Vorbild. Die Gemeinschaft als solche kann erhalten bleiben, die Tätigkeit verändert sich dagegen: Jedes Chormitglied ist für 1-3 Röhrenglocken mit bestimmter Tonhöhe zuständig und schlägt gemäß eigens dafür komponierter Glockenchorsätze den richtigen Ton zur richtigen Zeit an. Das ist nicht so einfach, wie es scheint. Das Ergebnis ist eine glockig-glitzernde Klangschichtung, deren Festlichkeit nicht nur das Weihnachtsfest veredelt.

Traditionell sind die Glocken gegossen, tassenförmig und aus einer Bronzelegierung gefertigt. Der versteift im Inneren der Glocke angebrachte Klöppel wird zur Tonerzeugung mit Schwung an den Glockenrand geschleudert. Die Tradition ist Jahrhunderte alt und diente zur Einübung des Wechselleutens (change ringing), wie es im angelsächsischen Kulturraum üblich ist. Die Regino-Bell-Choir-AG spielt hingegen mit aus Aluminium gefertigten Röhrenglocken, deren Klöppel außen angebracht ist. Die Herstellung ist vergleichsweise günstig, ihr Klang nicht weniger feierlich. Am letzten Tag vor den Weihnachtsferien 2021 spielte die Gruppe erstmalig hausintern. Der erste öffentliche Auftritt ist am 25. März 2022 bei der Abiturfeier in der Basilika.