Von Mathias Christmann

Der Leistungskurs Sozialkunde der Jahrgangsstufe 13 nahm im vergangenen Jahr am Projekt „Die Welt in Bewegung“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung teil. https://prezi.com/view/H9VQ0N6kw6vrmU5xfG7a/

Gegenstand des im März 2020 unmittelbar nach Beginn des ersten Lockdowns initiierten Projektes waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Gesellschaft. 

Zu Beginn des Projektzeitraums war der Präsenzunterricht seit einigen Wochen ausgesetzt. Die Erörterung des aktuellen politischen Geschehens im Leistungskurs Sozialkunde konnte nicht in der gewohnten Form stattfinden. Hinsichtlich der Vorbereitung der in Rheinland-Pfalz bereits im Januar 2021 anstehenden schriftlichen Abiturprüfung war dies ein großes Handicap. Die Möglichkeit, über digitale Abonnements der FAZ die politische Aktualität in umfassender und qualitativ hochwertiger Art und Weise mitverfolgen zu können, sollte diese Lücke in Teilen füllen. Hinzu kam die offene Form des Wettbewerbs, die es unserem Kurs ermöglichte, seiner Neigung zu projektorientiertem Arbeiten nachzugehen. 

Die Projektidee ergab sich gewissermaßen organisch aus der Schülerzahl (26) und der im curricularen Alltag unserer Schule – einer der ersten Europaschulen des Landes Rheinland-Pfalz seit 2015 – verankerten Europathematik: Nach dem Brexit gibt es noch genau 26 EU-Mitgliedstaaten außer der Bundesrepublik Deutschland. 

Ziel des Projektes war es, mithilfe der umfänglichen Auslandsberichterstattung in der FAZ einen vergleichenden Blick auf die Entwicklung der Corona-Krise in den europäischen Ländern zu werfen: Wie stark ist das jeweilige Land von der Krise betroffen? Wie gehen die einzelnen Staaten mit der Herausforderung um? Welche Aspekte stehen im Vordergrund: Medizinische, wirtschaftliche, soziale oder kulturelle? Wie verändert Corona die nationalen Gesellschaften? Hat Corona Folgen für die politische Ebene – etwa für die Zusammensetzung von Parlament und Regierung – oder gar für das politische System? 

Nachdem jede/r Kursteilnehmer/in per Los einem Staat zugeteilt worden war, werteten die Schülerinnen und Schüler gezielt die Berichterstattung der FAZ über dieses Land im Hinblick auf die leitenden Fragestellungen aus. Man einigte sich darauf, zusätzlich einige Fakten über die Länder in Form von Kurzporträts zusammenzustellen. 

Als Form wurde eine Präsentation mit der Software Prezi gewählt. Der Gedanke einer interaktiven Europakarte ließ sich damit gut umsetzen. Jede/r Schüler/in gestaltete eine DIN A 4-Seite zu seinem Land – in der Auswahl der Aspekte, die in den Texten thematisiert wurden, war jede/r frei. Durch Anklicken eines Landes kann der jeweilige Text aufgerufen werden. 

Der paneuropäische Blick auf Corona, den unsere Präsentation zeigt, ist bei einigen Parallelen durchaus disparat: Natürlich hat jedes Land ein nennenswertes Infektionsgeschehen, aber die Unterschiede hinsichtlich der Todesopfer oder etwa der verfügbaren Intensivkapazitäten sind beachtlich. Darüber hinaus sind einige spezifische Aspekte beachtenswert, etwa der „schwedische Weg“ oder die „dänischen Nerze“, aber auch etwa der erhebliche ökonomische Schaden für ein Land wie Belgien.