Von Bea Schilling (Bilder per Klick vergrößern)

Als Frau Eich uns im Dezember letzten Jahres vorschlug, für einige Wochen im Geschichtsunterricht an einem Projekt für den 67. Europäischen Wettbewerb zu arbeiten, waren wir nicht nur interessiert wegen der Abwechslung zum regulären Unterricht. Wir waren auch glücklich, weil uns so viel Selbstständigkeit und Verantwortung gegeben wurde, wie man es sonst in der Schule eher selten erlebt. Die Idee: ein Kalender für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft im Jahr 2020; sechs Blätter für die sechs Monate, in der diese im Amt sein wird.

Zunächst sammelten wir Themen, die Europa und uns betreffen, welche also sinnvoll in dieses Projekt integriert werden konnten. Der Kalender sollte eine Erinnerung an die zentralen Werte Europas und unsere Forderungen an die Politik sein. Schließlich entschieden wir uns für allgemeine EU-Werte, Umwelt, ein Feiertag für Europa, EU & Rüstungsexporte, Brexit sowie Toleranz & Diskriminierung in Europa. Wir teilten uns in sechs Gruppen auf, um uns dann auf die einzelnen Kalenderseiten zu konzentrieren. Persönlich kann ich sagen, dass meine Gruppenmitglieder und ich viel Spaß bei der Entwicklung unseres Teilprojekts hatten. Wir beschäftigten uns mit Toleranz, beziehungsweise deren Mangel, in Europa. Durch unsere Recherche erfuhren wir von einigen Konflikten, von denen wir entweder gar nichts wussten oder deren Ausmaßen wir uns nicht bewusst waren. Es war also keine Auszeit, ganz im Gegenteil. Wir haben viel dazugelernt und es war deutlich erkennbar, dass die gesamte Klasse sich für die ernsthafte Teilnahme an diesem Projekt begeistern konnte.

Umso erfreulicher war es als uns dann die Nachricht erreichte, dass wir mit unserem Beitrag den 1. Platz auf Landesebene erhalten hatten. Wir hatten nicht wirklich etwas erwartet, weshalb es besonders schön war, zusätzlich zur lehrreichen Erfahrung auch so eine besondere Anerkennung zu gewinnen. Insgesamt kann ich nur Positives über diese Zeit sagen und ich hoffe, dass in Zukunft solche Aktionen öfter in den Unterricht mit eingebracht werden. Es ist interessant und meiner Ansicht nach wichtig, sich mit kulturellen und politischen Themen zu befassen, die über den Lehrplan hinausgehen, und das nicht nur innerhalb der europäischen Grenzen.