Im September 2018 habe ich mich für ein Auslandsjahr beworben. Und das, obwohl ich unentschlossen war. Ich war mir nicht sicher, ob ich tatsächlich ein Jahr von zu Hause weggehen möchte, um in einer ganz unbekannten Familie, Gegend und Gemeinschaft zu leben. Schließlich war ich mit meinem Leben hier total zufrieden. Es hat mich viel Kraft gekostet, im August 2019 diesen Schritt zu gehen und war anfangs noch immer am Zweifeln, ob das tatsächlich der richtige Schritt war. Nun musste ich auf Grund der Pandemie drei Monate verfrüht heimkommen und dennoch kann ich rückblickend sagen, dass ich die beste Zeit meines Lebens hatte.

Im August letzten Jahres ging es also los nach Michigan, USA. So ein Austausch ist natürlich auch immer mit vielen Herausforderungen verbunden, wie zum Beispiel den ersten Wochen, in denen die Sprache noch eine Barriere darstellt, die Menschen um einen herum komplett fremd sind und auch die Kultur erst einmal gewöhnungsbedürftig wirkt. Doch all diese Sorgen verfliegen mit der Zeit, manche schneller, manche etwas langsamer. Am Ende wächst man jedoch nur an jenen Herausforderungen und ist froh sie durchlebt zu haben. Neben persönlichem Wachstum hat mir und tausenden anderen Austauschschülern weltweit der Austausch aber noch viel mehr geboten: Ich konnte neue Sportarten ausüben,  außergewöhnliche Schulfächer ausprobieren, habe neue Menschen kennengelernt und einzigartige Freundschaften geschlossen, ich habe abenteuerliche Reisen unternommen, meine Sprachkenntnisse in einer fremden Sprache extrem verbessern können und bin zum Teil einer Familie auf der anderen Seite der Welt geworden. Ich habe Erinnerungen gemacht, die mein Leben prägen, und Erfahrungen, die mein zukünftiges Leben leiten werden. Meine Freude darüber, den Schritt gewagt zu haben, lässt sich nicht in Worte fassen. Die Erfahrungen, die ich während meines verkürzten Auslandsjahres gelebt habe, haben meine Erwartungen an solch einen Austausch bei Weitem überschritten.

Jetzt ist der Austausch an sich zwar leider schon vorbei, aber der Kontakt wird weiterhin bestehen bleiben, denn die Rückkehr ist nicht das Ende, sondern erst der Anfang. Somit kann ich auch jedem, der sich ein bisschen für einen Austausch interessiert, raten, sich auf ein Auslandsjahr zu bewerben. Denn ich habe noch keinen Austauschschüler kennengelernt, der diese Entscheidung bereut hat. Für Schwierigkeiten bei der Finanzierung stehen dazu auch viele Stipendien zur Verfügung.

Wenn das Interesse besteht, aber auch noch Fragen auftauchen, kann man sich gerne bei mir melden: jakob-ttc@web.de (oder einfach in der Schule ansprechen).

Von Martin Leineweber

Jakob Backes (eigentlich Jahrgangsstufe MSS 12 am Regino) lässt uns teilhaben an seinem spannenden Leben in Brooklyn bzw. Napoleon im Bundesstaat Michigan in den USA, wo er mit Youth for Understanding und einem Stipendium des Bundestages ein Jahr verbringt. Er hat allen Grund, froh und stolz zu sein, ist er doch vom US Department of State zum Stipendiaten des Monats gekürt worden. Diese USA-weite Auszeichnung für Jakob macht deutlich, dass er sich in außerordentlich hohem Maße in seinem schulischen und privaten Umfeld engagiert. Der Begleittext spricht davon, dass er im American Football Team seiner Schule - der Napoleon Highschool - einen festen Stammplatz als sog. Wide Receiver inne hat. Das Team hat ihn mit dem Senior Award belohnt. Bei einem Treffen des Teams hat er eine Rede mit dem Thema "Being a Better Family"  gehalten, die beeindruckte. Seine in Deutschland erworbene Berechtigung, Jugendliche im Fußball zu trainieren, nutzt er auch in seiner Gemeinde Brooklyn, wo er die Sharks - die Fußballmannschaft seines "Gastbruders" Ethan - trainiert. Jakob ist in die Hauptstadt Washington D.C. gereist, um dort am Civic Education Workshop teilzunehmen. Er bringt sich auch bei kulturellen und caritativen Veranstaltungen in seiner Umgebung tatkräftig ein. In seiner Gastfamilie fühlt er sich richtig wohl. Er liebt es, mit Ethan Lego zu spielen.

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Offensichtlich lässt Jakob keine Minute seines Auslandsaufenthaltes in den USA ungenutzt verstreichen. Das lässt auf weitere spannende Berichte hoffen.