18.09.2019 :: Regino unterwegs / Regino-Schülerin in China / 

Regino-Schülerin Chiara-June Pfeil in China

Von Chiara-June Pfeil

Ich erhielt die einmalige Chance, nach China zu reisen, um dort auf dem „Belt and Road Youth Entrepreneurship Camp for New Business Talents 2019“ in Shanghai als deutsche Schülerin unser Land vom 20.08.2019 bis 24.08.2019 zu repräsentieren.

Meine Reise startete am 19.08.2019 von Köln-Deutz mit dem ICE zum Frankfurter Flughafen. Mit Air China hatte ich einen zehnstündigen Direktflug mit +6 Stunden Zeitverschiebung nach Shanghai. Zum Glück ein Nachtflug, so dass ich mittags ausgeschlafen ankam.

Am Flughafen in Shanghai empfing mich eine sehr nette chinesische Schülerin von „JA China“ und nach einem kurzen Imbiss hat sie mich zum Hotel gefahren, wo am Nachmittag die Ausgabe der Unterlagen erfolgte.

Am nächsten Morgen startete um 09:00 Uhr das Programm mit einer Eröffnungszeremonie und einem „Student-Icebraker“, damit wir uns untereinander besser kennenlernen konnten. Mehr als 60 Schüler aus 10 Nationen haben mit ihren Lehrern teilgenommen. Ich war die einzige Teilnehmerin aus Deutschland und auch die Einzige, die ohne Begleitperson gereist ist. Wir wurden in gemischte Gruppen eingeteilt und haben Aufgaben bekommen, die wir gemeinsam lösen mussten. In meiner Gruppe waren zwei Chinesen, ein Schüler von den Philippinen und ein Mädchen aus Estland. Unser Team hat sich sehr gut verstanden und wir hatten von Beginn an eine gute Gruppendynamik. Unsere Gruppe nahm an einem Workshop teil und anschließend mussten wir einen eigenen Businessplan erstellen, der das Problem „Lack of trained workers to serve the pension industry in cities“ lösen sollte. Das war sehr spannend und eine ganz neue Herausforderung, zumal auch alles in Englisch angefertigt werden musste. Anschließend hatten wir noch eine Sightseeingtour durch Shanghai.

Am Donnerstagmorgen hatten wir wieder einen Workshop mit Erarbeitung einer Power Point-Präsentation. Nach dem Mittagessen haben wir in Shanghai eine Schule besucht und durften am Unterricht teilnehmen. Uns wurde die Entwicklung des chinesischen Finanzmarktes erläutert und insbesondere das bargeldlose Bezahlen mit dem Handy. Wie erfolgreich ein in Messengern integriertes Bezahlsystem sein kann, beweist das chinesische „Wechat“, was es seit 2011 gibt. Mittlerweile nutzen 900 Millionen Menschen monatlich „Wechat Pay“. Allgegenwärtig sieht man, wie Chinesen alles mit dem Handy bargeldlos bezahlen. Allerdings werden von „Wechat“ fast alle Daten an die staatlichen Behörden weitergegeben. Seit 2017 gibt es sogar in Europa die Möglichkeit, „Wechat Pay“ zu nutzen.

Abends stand eine Bootstour auf dem Programm; das beleuchtete Shanghai war beeindruckend und auch die andere Kultur und das Essen waren ein Erlebnis.

Von dieser insgesamt spannenden Reise war der Freitag ein ganz besonderer Tag mit vielen Herausforderungen. Vor einer internationalen Jury mussten wir es schaffen, innerhalb von drei Minuten unseren Businessplan mit einer Power Point-Präsentation vorzustellen und anschließend hatten wir noch zwei Minuten ein Q & A. Hiernach gingen wir zu einer riesigen Mall, in der eine Messe stattfand. Dort hatte jede Nation einen eigenen Messestand, auf dem landestypische Produkte ausgestellt und verkauft werden durften. Ich hatte mich für typisch deutsche Produkte, wie Vollkornbrot, selbstgemachtes Apfelmus und Marmelade, Marzipan und Brezeln entschieden, die ich aus Deutschland mitgebracht hatte. Das Apfelmus war erstaunlicherweise der Renner bei den Chinesen. Abends fand in unserem Hotel ein „Trachtenabend“ mit Award-Dinner und schönem Rahmenprogramm statt. Hier wurden nach dem Hauptgang die Gewinner der Business Challenge geehrt. Unsere Gruppe hat den 3. Platz belegt und einen Pokal inklusive eines tollen Preises bekommen.

Am Samstag haben wir noch alle zusammen gefrühstückt und die Heimreise angetreten. Da mein Flug erst spät abends los ging, bin ich noch durch Shanghai spaziert und habe mir ein paar Sehenswürdigkeiten angesehen.

Um 17:00 Uhr Ortszeit bin ich dann mit dem Taxi zum Flughafen gefahren. Eine interessante Fahrt mit einem schweigsamen Fahrer, der durch einen „Plastikkäfig“ vor mir geschützt saß. Bei meinem Rückflug hatte ich sogar auch noch eine Zwischenlandung in Peking.

Mein Fazit von der erlebnisreichen Woche: Wenn man ganz alleine unterwegs ist, in einem Land, wo kaum jemand Englisch spricht, lernt man vieles alleine zu meistern. Eine Erfahrung, die für mich ausgesprochen lehrreich war und die unvergesslich bleibt. Ich habe Einblicke in ganz unterschiedlichen Kulturen bekommen und habe Freunde auf verschiedenen Kontinenten gefunden. Ich möchte noch einen lustigen kulturellen Unterschied zwischen China und Deutschland wiedergeben: Das Geburtsdatum von Chinesen ist ganz anders zu errechnen als bei uns, denn sie fügen die Zeit als Ungeborenes im Bauch der Mutter noch an. Auch ihr eigener Geburtstag ist für Chinesen nicht so von Bedeutung. Sie errechnen den Termin nach dem chinesischen Mondkalender und nicht nach dem westlichen Gregorianischen Kalender. Auch sehr interessant war der Aspekt, dass Chinesen mehrere Namen besitzen. Neben ihrem chinesischen Namen haben sie noch erfundene englische Namen. Die Mädchen in meiner Gruppe sagten, nenn mich einfach Lucy, Cindy oder Rose, was dir am besten gefällt.

Ich möchte an dieser Stelle auch noch ein ganz herzliches Danke an unseren Schulleiter, Herrn Petri, für seine Unterstützung sagen und ich freue mich, dass ich von unserer Schule eine so breite Zustimmung für diese Reise erfahren durfte.

 

Chiara-June Pfeil

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Anbei noch ein paar Impressionen von meiner Reise.