19.01.2019 :: Regino unterwegs / Auslandsmonat in Finnland / 

Als Gastschülerin oder Gastschüler nach Finnland: Helena Kribs, Marie Lorenz und die Suomi-AG

Helena zusammen mit Gastschülerinnen und Schülern aus Australien, Taiwan, Argentinien, Italien und Amerika.

Von Peter Onnertz (betreuender Lehrer)

Moi!

Zu Beginn des Schuljahres 2018-19 nahmen die Schülerinnen Helena Kribs und Marie Lorenz der Jahrgangsstufe 11 des Regino-Gymnasiums an einem Gastschüler-Austauschprogramm der Deutsch-Finnischen Gesellschaft teil. Für einen Monate wohnten sie jeweils bei einer finnischen Gastfamilie in den Stätden Lahti sowie Oulu und besuchten in dieser Zeit eine finnische Schule. Helena Kribs hat dankenswerterweise für die Homepage des Regino-Gymnasiums einen sehr lesenswerten Erfahrungsbericht über ihren Finnland-Aufenthalt verfasst (siehe unten).

Auch im Sommer 2019 bietet die Deutsch-Finnische Gesellschaft interessierte Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit an ihrem Gastschüler-Austauschprogramm teilzunehmen.
Informationen über das Austauschprogramm sowie Einzelheiten zur Anmeldung sind unter folgenden Internetseiten abrufbar:

www.dfg-ev.de/austausch

finngast.de

Für alle Schülerinnen und Schüler, die Einblicke in die Sprache und Kultur Finnlands erhalten möchten findet ab sofort auch wieder Dienstags von 13:15 bis 14:00 Uhr die Suomi-AG im Raum 233 statt.
Tervertuloa – Willkommen!

 

Ein Monat in Finnland

Von Helena Kribs (MSS 11)

Als Gastschülerin in Finnland – ein Erfahrungsbericht von Helena Kribs

Am 07.08. ging das besondere Abenteuer in Finnland für mich los. Ich bin nach Vantaa geflogen und habe dort meine Gastfamilie zum ersten Mal gesehen. Meine Gastfamilie hat mich super nett empfangen und ich habe mich gleich wohlgefühlt. Auf der Autofahrt hat sich ein Vorurteil gegen die Finnen bestätigt, nämlich dass es dort als höflich gilt, einfach mal nicht zu sprechen und - nun ja - im Auto war ziemlich lange Stille. Ich war in einer Gastfamilie untergebracht, die in Lahti, ca. 100km nördlich von Helsinki, lebt. Die Stadt ist für die hohen Skisprungschanzen bekannt, die wir auch besichtigt haben. Auf dem Weg dorthin habe ich direkt ziemlich viel von dem gesehen, was Finnland so zu bieten hat: ein Wald nach dem anderen, Seen ohne Ende usw.

Mit meinem ersten Schultag in Finnland begann auch das neue Schuljahr der finnischen Schüler. Ich musste jeden Morgen mit dem Fahrrad zur Schule fahren, so wie ca. die Hälfte der Schüler, was ich sehr interessant fand. Die Schule hat eine eigene „Klasse“ eingerichtet, in die alle Austauschschüler teilnahmen. Dieses Jahr waren sehr viele Austauschschüler an dieser Schule. Unter anderem gab es Gastschüler aus Australien, Taiwan, Argentinien, Italien und Amerika. Mit diesen Austauschschülern habe ich in meinem Monat dort sehr viel Zeit verbracht. Die Schule war sehr modern ausgestattet, in jedem Klassenraum gab es einen Beamer oder einen großen Bildschirm sowie eine Dokumentenkamera. Es gab außerdem das so genannte „Sprachlabor“. Dort hatte jeder Schüler einen durch eine Wand abgetrennten Tisch mit Kopfhörern. So konnten Hörverstehensaufgaben in den Stunden gemacht werden. Jeder Schüler hatte einen Laptop und musste diesen immer dabei haben. Auch die Arbeiten wurden online bearbeitet. Diese Art des Lernens fand ich sehr interessant und hilfreich, denn so konnten die Schüler generell sehr interaktiv lernen. Die Ausstattung der Schule mit Musikinstrumenten war unglaublich. Alle Schüler in meiner Musikklasse konnten Gitarre spielen, was sie in der Schule gelernt hatten. Der Unterricht basierte so also nicht nur auf der Musiktheorie, sondern beinhaltete auch viele praktische Teile. Generell würde ich sagen, dass die Zusammenarbeit zwischen Schülern und Lehrern sehr locker ist, das hat wahrscheinlich auch etwas damit zu tun, dass man die Lehrer duzen darf, was für mich zuerst etwas komisch war.

Nach der Schule an den Nachmittagen hatte ich dann viel Zeit, etwas mit meiner Gastschwester zu machen oder einen der vielen Wälder Finnlands zu erkunden. An den Wochenenden hat sich meine Gastfamilie immer tolle Ausflüge überlegt. Das mit Abstand beste Wochenende war als wir ins Mökki (kleine Hütte am See, die einfach zum finnischen Leben dazugehört – es gibt sogar viele Finnen, die fahren nahezu jedes Wochenende zu ihrem Mökki) meiner Gastfamilie gefahren sind. Das war eine kleine, süße Hütte mitten im Wald direkt am See. Natürlich mit einer großen Sauna, die in Finnland in keinem Haushalt fehlen darf. Es gab noch nicht einmal ein Badezimmer, nur ein Plumpsklo. Am Wochenende ist es sehr typisch für die Finnen in die Sauna zu gehen, das haben ich und meine Gastfamilie auch jedes Wochenende getan. Nach der Sauna an diesem Wochenende, sind wir noch im See schwimmen gegangen, was ein einzigartiges Erlebnis war, denn der Sonnenuntergang war unglaublich. Am nächsten Wochenende haben wir einen Teil der Familie auf dem Land besucht. Dort war es sehr urig und einfach. Auch eins der besten Wochenenden war es, als wir nach Helsinki gefahren sind. Helsinki ist eine wunderschöne Stadt. Der Dom in Helsinki ist einfach atemberaubend. In Finnland gibt es auch nur eine U-Bahn, nämlich die in Helsinki, das fand ich persönlich sehr  erstaunlich.

Sogar die Familie bei der wir dort übernachtet haben hatte eine Sauna, obwohl sie in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus gewohnt haben.

Am nächsten Tag in Helsinki waren wir noch in dem Freizeitpark Linnanmäki.

Am 07.09. musste ich dann leider wieder zum Flughafen nach Vantaa fahren und zurück fahren. Meine Zeit in Finnland war wunderschön. Es hat sich definitiv gelohnt, ich würde es immer wieder tun. Das Beste an meinem Austausch war, dass ich das Glück hatte, so viele tolle Menschen kennenlernen zu dürfen, zu denen ich immer noch Kontakt habe. Die Menschen und vor allem die Gastfamilie waren sehr hilfsbereit, aufgeschlossen und nett. Es war toll die finnische Kultur mitzuerleben und kennenzulernen und zu sehen, wie das Leben in Finnland ist, nämlich lebenswert! 


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