24.09.2018 :: Fachschaften / Sozialkunde / Regino-Schüler im Mainzer Landtag / 

Wie funktioniert eigentlich Demokratie und warum ist sie wichtig?

Die Gruppe der Seminarteilnehmer im Plenarsaal des Landtags in der Steinhalle des Landesmuseumsm, darunter halb links Bastian Scho (10a1) und Manuel Ruhe (10a2).

Von Manuel Ruhe

Um diese Frage und einen Einblick in den Arbeitsalltag eines Landtagsabgeordneten ging es beim Landtagsseminar mit dem doch recht merkwürdigen Titel „Politik und Spaß im Landtag Rheinland- Pfalz“, das in Kooperation von Landtag und Landeszentrale für politische Bildung zweimal jährlich (nach neuem Etat vielleicht sogar häufiger) angeboten wird.

 „Politik und Spaß“, wie soll das nur zusammenpassen, dachten sich wahrscheinlich viele, der aus ganz Rheinland- Pfalz angereisten Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen, die im Voraus durch ein landesweites und schulartübergreifendes Auswahlverfahren bestimmt worden waren, als es in die thematische Einführung im Abgeordnetenhaus des Landtags in Mainz ging. Darunter waren vom Regino- Gymnasium Bastian Scho und Ich.

Nachdem uns Teilnehmern durch einen viertelstündigen Film (wer will, kann sich diesen unter:  https://www.youtube.com/watch?v=QWkHsdgX_hQ auf Youtube ansehen) die Arbeit des Landtags und dessen Abgeordneter erklärt wurde, durften wir erstmals selbst aktiv werden: In drei Workshops recherchierten wir unter anderem, wie Abgeordnete eigentlich zu ihrem Amt kommen, wie viel sie verdienen, aber auch wie die Plenarsitzungen ablaufen. Hierbei ist es nämlich wichtig zu wissen, dass alles, was in den Plenarsitzungen diskutiert wird, gerade einmal die Spitze des Eisbergs ist und davor etliche Sitzungen in Fachausschüssen und anderen Gremien kommen, bevor Anträge beispielsweise über einen höheren Schuletat überhaupt erstmal im Plenarsaal landen und darüber abgestimmt wird.

Am nächsten Tag besuchten wir dann die Plenarsitzung des Landtags, wo an diesem Tag Regierungs- Fragestunde (Befragung der Regierung durch die Opposition (=nicht an der Regierung beteiligte Fraktionen; in Rheinland- Pfalz: CDU und AfD)) auf der Tagesordnung stand. Mit dem neuen, am Vortag erlangten Verständnis der Arbeitsweise eines Parlaments war es wesentlich leichter, im Alltagsgeschehen des Landtags durchzublicken.

An diesem Tag wurden wir im Landtag von einem Fernsehteam des SWR begleitet, das einen Bericht für die abendliche Landesschau Aktuell über das Seminar produzierte.

Anschließend durften wir kurz die Stadt Mainz erkunden, die alleine schon eine Reise wert ist, und etwas über den Mainzer Weihnachtsmarkt bummeln.

Nachmittags bereiteten wir dann eine Gesprächsrunde mit Abgeordneten der Fraktionen vor, welche von zwei Seminarteilnehmern selbst moderiert wurde.

Leider erschienen zu diesem Gespräch nur drei Abgeordnete der fünf Fraktionen, wobei die SPD- Fraktion, die auch die Regierung stellt überhaupt keinen Abgeordneten zur Verfügung stellte und der Abgeordnete der FDP- Fraktion, Marco Weber MdL, der übrigens aus der Vulkaneifel stammt, leider verhindert war.

So führten wir eine spannende Diskussion, in der es über teils persönliche, aber auch grundsätzliche, politische Themen ging mit Andreas Hartenfels MdL (Bündnis 90/ Die Grünen), Martin- Louis Schmidt MdL (AfD) und Thomas Weiner MdL (CDU).

In diesem Gespräch konnten wir hin und wieder merken, dass politische Entscheidungen manchmal nicht nach dem eigenen Gewissen getroffen werden können, selbst, wenn es so in der Verfassung steht. Auch andere Einflüsse, andere Ansichten, die in der Demokratie so vielseitig sind, zeigen Wirkung.

Am Abend besuchten wir das neue Funkhaus des Südwestrundfunks (SWR). Hier bekamen wir vermittelt, wie genaue, faire und schnelle Berichterstattung funktioniert. Im Anschluss an eine Hausführung durften wir dann Zuschauer sein, live in der SWR- Sendung „Zur Sache- Rheinland- Pfalz“, die sich im genauen mit der Landespolitik beschäftigt. Interessant war es, zu sehen, wie Themen der Plenarsitzung am Morgen dort aufgearbeitet wurden und wie viel an einer solchen Fernsehproduktion überhaupt echt ist (Styropor als Steinimitat und aufgezeichnete Interviews).

Am letzten Tag des Seminars durften wir nun selbst einmal in die Rolle eines Abgeordneten schlüpfen bei einem Rollenspiel im Plenarsaal des Landtags. Dieses ging jedoch schnell vorbei, vermittelte aber den Druck und die Emsigkeit, unter denen ein Abgeordneter, eine Abgeordnete während einer Sitzung stehen. 

Zum Abschluss wurden das Rollenspiel, aber auch das ganze Seminar ausgewertet und jeder Teilnehmer konnte nur sagen, dass es ein tolles, erfüllendes Erlebnis war.

Jeder einzelne schaut jetzt anders auf die Politik und damit hat das Seminar meiner Meinung nach seinen Zweck erfüllt. Denn jeder von uns sollte den Stimmen, die jegliche politische Arbeit durch populistische Parolen dermaßen kritisieren, erklären, dass es nicht einfach ist, in Rheinland- Pfalz 4 Millionen Ansichten und Meinungen nachzukommen.

Die demokratisch gewählten Abgeordneten versuchen aber möglichst viele davon zu berücksichtigen und für Alle in Zukunft die Lebensqualität, die wir hier haben, zu sichern.

Der SWR- Beitrag über das Seminar ist übrigens in der SWR- Mediathek unter:  https://swrmediathek.de/player.htm?show=304f1f20-e1a3-11e7-ab55-005056a10824 anzusehen.


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