20.11.2017 :: Regino unterwegs / Studienfahrt des LK Latein nach Rom 2017 / 
Der LK Latein in Ostia antica.

Von Schülerinnen und Schülern des Leistungskurses Latein der 12. Jahrgangsstufe

Fast acht Jahre liegen zwischen diesem lateinischen Satz in der ersten Lektion unseres damaligen Lateinbuches „Salvete“ und unserer Studienfahrt als Leistungskurs Latein nach Rom zu eben diesem Forum Romanum. Und es ist nicht nur groß, es ist riesig und unglaublich beeindruckend. Und das, obwohl viele Bauwerke nur noch Ruinen sind. Aber vielleicht liegt auch gerade darin ihr Reiz: Die drei in den Himmel ragenden Säulen des Dioskuren-Tempels, die Reste des runden Vesta-Tempels, die Säulenstümpfe der mächtigen Basilica Iulia, der Titus-Bogen, die Rostra, die via sacra, das übrig gebliebene Seitenschiff der gigantischen Maxentius-Basilika. Man taucht ein in die römische Geschichte und muss sich immer wieder bewusst machen, dass über diese antiken Straßenpflaster schon Cicero und Caesar gelaufen sind. Dennoch bleibt es unwirklich. Dabei ist vor allem oft die unvorstellbare Größe überwältigend: Der Circus Maximus, der knapp 300.000 Menschen Platz bei antiken Wagenrennen bot und heute als große, grüne Wiese daherkommt. Die 12 Meter hohe Kolossalstatue des Kaisers Konstantin in ihren übrig gebliebenen Körperteilen (Kopf, Hand, Fuß). Und natürlich das Kolosseum selbst, die „antike Allianz-Arena“ im Herzen der Stadt. Befindet man sich darin, kommt man sich ganz klein vor. Heute unvorstellbar ist auch die geringe Bauzeit von nur neun Jahren. Trotz seiner schrecklichen Funktion für Gladiatorenkämpfe ein beeindruckendes und sehr gut erhaltenes Zeugnis römischer Baukunst, welches wegen seiner stimmungsvollen Beleuchtung auch am Abend einen Besuch wert ist.

In den knapp fünf Tagen unserer Studienfahrt haben wir nicht nur die Top-Sehenswürdigkeiten der antiken Stadt gesehen, sondern auch den Alltag der alten Römer in der Hafenstadt Ostia kennengelernt, Einblicke in das Rom des Christentums (Petersdom, Lateran) erhalten, die Renaissance mit Michelangelo gestreift und das pulsierende Leben der modernen Stadt auf bezaubernden Plätzen, überfüllten U-Bahnen und in einem für Deutsche nicht leicht nachvollziehbarem Straßenverkehr erlebt.

„Forum Romanum amplum est.“ Das Forum Romanum war nicht nur Marktplatz, es war politisches, wirtschaftliches und religiöses Zentrum. Und es war nicht nur groß, es war vor allem bedeutend.

Die gewaltigen Ruinen zeigen daher vor allem eines: Vergänglichkeit. Denn, dass das ruhmreiche Zentrum dieses Reiches so zerfallen konnte, regt zum Nachdenken an: Es zeigt, wie sich Kulturen in ihrer vermeintlichen Unvergänglichkeit irren können. Denn wie die Römer ihre Macht als „imperium sine fine“ ansahen, halten auch wir unsere Gesellschaftsform für unvergänglich, ohne zu sehen, wie real die Gefahren sind, die sie bedrohen.


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