21.09.2017 :: Schul-AGs / KletterAG / 
Personen von rechts nach links: Julia Schwalen, Oliver Götz, Philipp Thölkes, Dave Stenzel, Stefanie Olmes, Elisabeth Weis

Von Elisabeth Weis und Oliver Götz

In fünf Metern Höhe gemeinsam Kletterrouten schrauben, gesichert durch einen Partner der am Fuß der Kletterwand steht. Sicherlich ein kleiner aber nicht der einzige Höhepunkt der Kletter-AG, die seit ca. einem Jahr in der neuen Sporthalle der EuWeCo Werkstatt in Weinsheim stattfindet. Die anerkannte Werkstatt für behinderte Menschen, EuWeCo, hat mit der Installation einer Kletterwand in den neu entstandenen Räumen der Sport- und Physiohalle einen neuen Weg eingeschlagen. Erlebnispädagogische Inhalte kommen in einem speziell entwickelten begleitenden Angebot den
Klienten der Werkstatt zugute. Die Kletter-AG des Regino-Gymnasiums klettert gemeinsam mit Klienten der EuWeCo. Gemeinsam lernen, wie man einen Klettergurt richtig anlegt, wie man sich in das Sicherungsseil richtig einbindet und die Durchführung des Partnerchecks sind Inhalte, bei denen beide Gruppen voneinander lernen. Gegenseitig voneinander zu lernen, ist ein entscheidendes Ziel der Inklusions AG. Spielerische Inhalte kommen beim Bouldern nicht zu kurz wenn es darum geht, auf einer Höhe von bis zu 3 Metern verschiedenste Aufgaben beim Klettern zu lösen. Schnell sind Lernfortschritte bei den Teilnehmern erkennbar und so sind mittlerweile auch recht schwierige Routen in die Wand geschraubt, die gemeinsam durchstiegen werden. Und wenn man eine Route mal nicht schafft … Keine Gefahr, gesichert durch einen Klettergurt und ein Sicherungsgerät steht unten der Partner der Seilschaft und bringt einen sicher wieder auf den Boden und der nächste Versuche, die Route zu knacken, kann starten. Neben dem sportlichen Anspruch beinhaltet das Klettern viele pädagogisch wertvolle Aspekte. Der Klettersport an sich enthält schon Erfahrungsaspekte wie Vertrauen, Verantwortung und das Erlernen des Umgangs mit den eigenen mentalen und physischen Grenzen. Darüber hinaus fördert der Sport den kognitiven Bereich. Immer wieder stehen die Teilnehmer beim Klettern vor Problemen, wie sie bloß den nächsten Griff oder Tritt erreichen. Hierzu müssen Problemlösestrategien entwickelt und Handlungsmöglichkeiten erprobt werden. Klettern ist ein Partnersport. Im sozialen Bereich lernen die Teilnehmer, Verantwortung für die Sicherheit anderer zu übernehmen und fördern damit die Eigenverantwortlichkeit. Klettern ist eine tolle Möglichkeit, Sport miteinander erleben zu können.

Ziel der Kletter-AG wird es sein, nicht nur die Idee der Inklusion weiter umzusetzen, sondern den Teilnehmern auch den Erwerb des Toprope-Scheins zu ermöglichen.


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