19.01.2019 :: Fachschaften / Sozialkunde / Berlinfahrt 2016 des Leistungskurses 13 Sozialkunde / 

Fahrt des Leistungskurses 13 Sozialkunde nach Berlin

Der LK-Sozialkunde mit den betreuenden Lehrkräften StR' Julia Jung und StD Mathias Christmann

Von Linda Reuland, Vanessa Röder, Julia Papkalla, Hanna Proll

Freitag, 30.09

Am Freitag, den 30. September, sind wir, die beiden Sozialkundeleistungskurse der Stufe 13, von Prüm aus nach Berlin gefahren. Die Hauptstadt erreichten wir um ca. 13.30 Uhr und besichtigten direkt den Bundesrat. Die dortige Führung beendeten wir mit einen Rollenspiel, bei welchem wir über einen fiktiven Gesetzesentwurf diskutierten. Danach konnten wir in einem Gespräch mit Patrick Schnieder im Paul-Löbe-Haus mehr über die Arbeit eines Bundestagsabgeordneten erfahren. Hiernach besuchten wir das Reichstagsgebäude und erhielten durch eine Führung weitere Informationen über dessen Geschichte. Am Ende des Tages bezogen wir unsere Zimmer im Hostel.

Samstag, 01.10

Am Samstagmorgen lernten wir Berlin mit seinen historischen Aspekten, insbesondere der Berliner Mauer, auf dem Rad kennen. Die Radtour dauerte ca. zwei Stunden und trotz des regnerischen Wetters hat den meisten Spaß gemacht. Denn anstatt mit dem Bus rumkutschiert zu werden, erlebten wir den Großstadtverkehr hautnah. Das kann Provinzlern Schwierigkeiten bereiten, aber trotz vereinzelten Verfahrern erreichten alle die unterschiedlichen Ziele. Unsere Führerin berichtete uns anschaulich von gewagten Fluchtversuchen über oder unter die Mauer und dies trotz der schier unüberwindbaren „Schutzmethoden“ der DDR.

Nach einer verlängerten Mittagspause, der Besuch der Gedenkstätte der Berliner Mauer an der Bernauer Straße wurde gestrichen, da wir diese durch die Fahrradtour schon besichtigt hatten, sind wir zu der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen gefahren. Dies ist ein Stasigefängnis zur Zeit der DDR gewesen. Im Nachhinein ist diese Führung sehr aufwühlend gewesen, denn die Führung erfolgte durch ehemalige Häftlinge. Unser Führer, Henry, hat einiges erlebt, von einem allein ausgeführten Streik, über einen Fluchtversuch, bis hin zu einer Widerstandsorganisation in Jena. Letzteres hat dann zu einer längeren Haftstrafe in Hohenschönhausen geführt. Deutlich wurden drei Dinge: die Willkürliche Festnahme Andersdenkender, die schlechten Haftbedingungen, zum Teil unter Folter, und die Frage wann man selber aktiv wird und Widerstand leistet. Wie hätte man selbst reagiert, wenn man in einer Diktatur, wie der DDR, gelebt hätte? Wie reagiert man heute auf Missstände innerhalb unserer Gesellschaft, etc.?

Um den Abend ausklingen zu lassen und eventuell einige Erlebnisse zu reflektieren, haben wir ein italienisches Abendessen genossen. Anschließend stand uns der restliche Abend zu unserer freien Verfügung.

Sonntag, 02.10

Am Sonntag, dem 2. Oktober, haben wir morgens das Konzentrationslager Sachsenhausen besucht. Das KZ ist ab 1936 ein nationalistisches deutsches Konzentrationslager gewesen, welches sich in Oranienburg, nördlich von Berlin, befindet.

Dort angekommen haben wir in zweiGruppen das KZ besichtigt. In der zweistündigen Führung haben wir von den Baracken bis zum Krematorium und der Station „Z“ alles besichtigt.

Nach dem sehr informativen, interessanten aber auch berührenden Vormittag besuchten wir am Mittag das Deutsche Historische Museum.

In dem Museum konnte jeder mit Hilfe von Audio Guides sich in den verschiedenen Ausstellungen zur deutschen Geschichte von der Frühzeit bis zur Gegenwart informieren.

Montag, 03.10

Nachdem wir am Morgen unsere Koffer gepackt und in den Bus geladen hatten, ging es zum Abschluss dieser Fahrt für uns Richtung Berlin-Tempelhof, da die sich dort befindende Moschee an diesem Tag einen „Tag der offenen Tür“ veranstaltete. Aufgrund der Tatsache, dass die Führung erst um halb 11 beginnen konnte, entschlossen wir uns dazu, einen Spaziergang zu machen. Gleich in der Nähe befand sich nämlich der ehemalige Flughafen Berlin-Tempelhof, der nach seiner Stilllegung und einem darauffolgenden Volksentscheid zu einem öffentlichen Park umfunktioniert wurde. Als wir anschließend zur Moschee zurückkehrten, konnte die Führung beginnen. Nach dem Ausziehen unserer Schuhe durften wir den Innenraum betreten, in dem unsere Führerin begann, uns die grundlegenden Säulen des Islams und ihre Bedeutung für die Gläubigen zu erläutern. Im Anschluss stellte sie sich dann den kritischen Fragen der Gruppe und nahm beispielsweise persönlich Stellung zur Burka-Debatte. Als wir uns schließlich um ca. 13 Uhr im Bus wiederfanden, entschlossen wir uns dazu, den Heimweg anzutreten. Nach einer staureichen Fahrt, auf der wir zudem am Wagen des Polizeipräsidenten von Rheinland-Pfalz vorbeifuhren, erreichten wir Prüm um etwa 0 Uhr. 

Gruppenfoto im Paul-Loebe-Haus mit MdB Patrick Schnieder

Bedienung: hier klicken...