22.05.2019 :: Fachschaften / Sozialkunde / Besuch in Brüssel / 
Europäische Politik hautnah - Exkursion der Kurse 11G2, 12SK1 & 12SK2 des RGP nach Brüssel

Am 20.6.2013 trafen sich der Geschichte-Leistungskurs der Jahrgangsstufe 11 und die beiden Sozialkunde-Leistungskurse der Jahrgangsstufe 12 um 6:45 am Hahnplatz, um gemeinsam nach Brüssel zu fahren. Nach einer ca. 3 ½ -stündigen Anfahrt wurden wir im Europäischen Parlament, das einen Teil der europäischen Legislative bildet, von Frau Christa Klaß, der Europaabgeordneten für die Landkreise Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Daun, Trier-Saarburg und die Stadt Trier, empfangen. Auf Bundesebene ist sie Mitglied der CDU, auf EU-Ebene gehört sie der EVP an. Frau Klaß ist Miteigentümerin eines Winzerbetriebes und ist ehrenamtlich in einigen Vereinen, zum Beispiel dem Landfrauenverband Rheinland-Nassau tätig. Dadurch ist es nicht verwunderlich, dass sie sich auch auf EU-Ebene besonders für Umwelt und Landwirtschaft engagiert. Nach einer kurzen persönlichen Vorstellung erläuterte sie die Funktionsweise des EU-Parlaments. Das EU-Parlament ist die einzige europäische Institution, die direkt von der Bevölkerung gewählt wird, zurzeit sitzen 754 Abgeordnete aus 27 Mitgliedstaaten im Europäischen Parlament. Es hat mit dem Ministerrat das Gesetzgebungsrecht und die Haushaltsbefugnis, hat parlamentarische Kontrollrechte inne, seine Zustimmung ist für viele internationale Verträge erforderlich und es wählt die designierten Kommissare für die Kommission nach einem Anhörungsverfahren.

Danach gab sie der Gruppe die Möglichkeit, konkrete Fragen bezüglich der EU-Politik und ihrem Wirken im EU-Parlament zu stellen.

Nach einem gemeinsamen Foto ging es weiter ins „Parlamentarium“, da die Besuchertribüne des Parlaments renoviert wurde und somit geschlossen war. Dort konnten wir Schüler selbstständig mit Hilfe eines Audioguides durch die Ausstellung und die interaktiven Angebote dieses Besucherzentrums bewegen. Das „Parlamentarium“ greift sowohl die Gründungsmotive, die Geschichte und Informationen zu den Mitgliedstaaten der EU auf als auch die unterschiedlichen Arbeitsstrukturen der EU-Organe. So konnten die Schüler beispielsweise in einer verkleinerten Form des Parlaments Platz nehmen und an einem Monitor an einer Abstimmung zur Umweltpolitik teilnehmen oder aber mit beweglichen Tischen, in denen Tablets eingebaut sind, über eine am Boden aufgezeichnete Landkarte fahren und so Informationen über die wichtigsten europäischen Städte erhalten.

Auf den Besuch im „Parlamentarium“ folgte eine ca. einstündige Mittagspause, in der einige zur „Friture Antoine“, der weltbesten und -berühmtesten Pommesbude, gingen und andere sich etwas in der Innenstadt umsahen.

Anschließend besuchte die Gruppe noch die Kommission, die auch „Hüterin der europäischen Verträge“ genannt wird. Hier erhielten wir in einem Vortrag durch Martin Saeckel, einem Pressesprecher, weitere wichtige Informationen über die Arbeits- und Organisationsstruktur der EU und ihrer Institutionen. So erfuhr die Gruppe, dass die EU in 27 Mitgliedstaaten rund 27.600 Beamte beschäftigt und die Kommission die Exekutive der EU bildet. Als ursprüngliches Gründungsmotiv gelten bis heute die Friedenssicherung und die Kontrolle über Deutschland nach dem 2. Weltkrieg. So wurde zunächst 1951 die EGKS durch die sechs Gründerstaaten (Deutschland, Belgien, Frankreich, Niederlande, Luxemburg und Italien) gegründet, aus der durch verschiedene Entwicklungen und Beitrittsetappen schließlich die EU entstand. Die EU ist ein Staatenverbund, also eine Mischform aus Staatenbund (z.B. die UNO) und Bundesstaat (z.B. Deutschland). Auch in der Kommission blieb anschließend noch etwas Zeit für offene Frage und eine Diskussionsrunde.

Alles in allem kam die Exkursion sowohl bei Schülern als auch bei Lehrern sehr gut an. Viele bemängelten jedoch, dass die Zeit für Fragen und Diskussionen viel zu knapp erschienen war. Besonders im Gespräch mit Frau Klaß konnten einige ihre Fragen auf Grund von Zeitmangel nicht stellen oder gestellte Fragen wurden nur sehr knapp beantwortet.

Aufgrund einer sehr intensiven Vorbereitung im Unterricht war der Vortrag in der Kommission für einige Schüler eine willkommene Ergänzung des bereits Erlernten. Auch erfuhren wir auch hier noch Dinge, die im Unterricht noch nicht behandelt wurden oder die bereits vorhandenen Kenntnisse wurden noch einmal intensiviert. Bei der anschließenden Fragerunde war seitens der Schüler auch wieder ein großes Interesse an der europäischen Politk erkennbar, wodurch sich neue Fragen stellten. Sehr großes Interesse weckten die Probleme im Zusammenhang mit dem Euro und die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei.

Nach einer vierstündigen Heimfahrt kamen alle um kurz vor 21 Uhr wohlbehalten wieder in Prüm an.

Begleitet wurde die Fahrt von Frau Braus (11G2), Frau Dackscheid (12SK1) und Frau Dreher (12SK2).

 

Sara Großmann, 12Sk1