19.01.2019 :: Fachschaften / Geschichte / Pater Stephan Schmuck über Afghanistan / 
Vortrag von Pater Stephan Schmuck CM: Als Militärseelsorger in Afghanistan
Pater Stephan Schmuck, C.M.

Am Montag, dem 17.06.2013 erhielt die MSS 12 einen besonderen Eindruck vom Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch. Zu Besuch war Pater Schmuck, momentan Lehrer am Vinzenz-von-Paul-Gymnasium in Niederprüm. Herr Schmuck war als Militärseelsorger mehrfach in Afghanistan stationiert und hat viel erlebt und gesehen. Diese sehr prägenden Erlebnisse wollte er nun mit uns teilen.

Die Schüler und Schülerinnen hatten sich in den letzten Wochen in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern bereits mit dem Thema Bundeswehreinsatz in Afghanistan sowie sozialen und religiösen Entwicklungen am Hindukusch befasst und gingen nicht ganz unvorbereitet in den Vortrag.

Herr Schmuck begann mit einem kurzen Video, einer Dokumentation zur Lage und zum Relief Afghanistans und der dortigen sozialen Schichtung. Nachdem er ein paar Worte zu diesem Video gesagt hatte, zeigte er uns anhand einer Präsentation mit Bildern und Videos, wie die Sektorenaufteilung unter den ISAF-Einsatztruppen in Afghanistan ist und wie ein deutsches Truppenlager, am Beispiel des Lagers in dem er selbst gelebt und gearbeitet hat, aufgebaut ist. Besonderen Eindruck hinterließen Filmaufnahmen von Raketen und Mörserangriffen der Aufständischen auf das Lager. Durch ein solches Video wird einem die allgegenwärtige Gefahr, sein Leben zu verlieren, bewusst. Herr Schmuck erzählte von diesen Angriffen, wie die Sicherheitsvorkehrungen vor Ort aussehen und wie man sich im Angriffsfall verhält. Glücklicherweise seien die alten, ausgegrabenen sowjetischen Raketen, mit denen die Taliban die Feldlager beschießen, nicht sehr zuverlässig und treffsicher. Dennoch zeigte uns Herr Schmuck Bilder einer Trauerfeier, die er vor seiner Truppe halten musste, als mehrere Soldaten bei einem Anschlag getötet wurden. Er berichtete von der Moral der Truppe in einer solchen Situation und den psychischen Problemen, die mit der ständigen Bedrohung Hand in Hand gehen. Schockierend war ein Video, das während einer Patrouille von einer Kamera aus einem Truppenfahrzeug heraus aufgenommen wurde. Eines der vorausfahrenden Fahrzeuge wurde vor laufender Kamera von einem Selbstmordattentäter attackiert und eine gewaltige Explosion war zu sehen. Herr Schmuck erklärte, wie ein solcher Angriff ablaufe, und welche Motive diese Menschen hätten, die Schutzsoldaten, welche zum Wiederaufbau ihres Landes da seien, anzugreifen. In den letzten 20 Minuten entwickelte sich eine belebte Fragerunde, in der die Schüler Herrn Schmuck ihre Fragen zu seinen Aufenthalten in Afghanistan stellen konnten. Interessant dabei waren seine Beweggründe, in ein Kampfgebiet zu gehen, wie er das Erlebte verarbeite und wie seine Einschätzung zum Abzug der ISAF-Truppen ist.

Zum Abschluss bedankte sich Schülersprecher Moritz Knauf im Namen der MSS 12 bei Pater Schmuck für diesen bewegenden Vortrag und die Möglichkeit, an seinen Erlebnissen und  Erfahrungen teil haben zu dürfen.

 

Florian Dahm, MSS 12

 

 


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