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Abitur 2013 - Regino-Gymnasium feiert besten Abiturjahrgang seit 161 Jahren

Am Regino-Gymnasium Prüm bestanden 68 Schülerinnen und 34 Schüler, zusammen 102, die höchste Prüfung, die das deutsche Schulwesen zu vergeben hat, nämlich das Abitur an einem humanistischen Gymnasium. Oberstudiendirektor Peter Pelz unterstrich die Tatsache, dass keine Abiturientia seit Bestehen des Regino-Gymnasiums in „ihrer Spitze, in der Anzahl der Bestleistungen, eine solche Leistungsbilanz“ vorzuweisen hat. Die vier besten Abiturientinnen und Abiturienten schnitten mit der Traumnote 1,0 ab: Lena Candels, Ute Gitzen, Michael Simon und Thomas Simon. Je drei weitere Schülerinnen und Schüler haben einen Notendurchschnitt von 1,2 oder 1,3. Dieser Jahrgang zeichnet sich jedoch nicht nur durch herausragende Leistungen aus, sondern auch durch außerordentliche Reife und Menschlichkeit. Vor fast einem Jahr verunglückte die sehr beliebte Mitschülerin Judith Leuwer bei einem Verkehrsunfall tödlich. Dieses tragische Ereignis riss die gesamte Stufe in tiefe Trauer, aus der sie sich nur allmählich lösen konnten. An jedem Tag der verbleibenden Schulzeit gedachten die Schülerinnen und Schüler ihrer verstorbenen Freundin mit Kerzen und Blumen. Diese Soldidarität und Gemeinschaft, Anstand und Stärke, Trost und Trauer, Klugheit und Können sind Wesensmerkmale dieses Abiturjahrgangs, so der Schulleiter Peter Pelz. Didier Niederprüm, der Sprecher der Abiturientia, betonte, dass trotz der Trauer um Judith, die Oberstufenzeit am Regino die schönste Zeit seines Lebens war wegen des einzigartigen Zusammenhalts der Stufe. Hildegard Alff, die Sprecherin des Schulelternbeirats, wünschte den Abiturienten „Geduld, wenn nicht alles, was man sich erhofft, auf Anhieb klappt; Selbstvertrauen, um als Berufsanfänger zu bestehen; den Mut, für Schwächere einzutreten und eigene Fehler einzugestehen.“ Das Rüstzeug dazu wird ihnen mit viel Liebe vom Elternhaus mitgegeben. Dr. Driller-Jansen, die Vorsitzende des Fördervereins, zitierte das Motto dieser Abiturientia - „Abisolierzange – wir haben nicht gekniffen“ -  mit dem Kommentar, dass dieses Motto nicht nur ein Wortspiel sei, sondern die neue Situation der Schulabgänger wider spiegelt: Sie sind befreit vom Schulalltag und seinen Zwängen, aber auch „abisoliert“ von der Unterstützung der Eltern und Lehrer, wenn es um neue Herausforderungen geht. Oberstudiendirektor Peter Pelz hob hervor, dass wir in einer Zeit leben, „in der überall auf der Welt absolutistische, fundamentalistische und autoritäre Denkstrukturen in Politik, Religion und Gesellschaft wider stärker werden.“ Um so wichtiger ist es, sich an die Forderung Immanuel Kants, des großen Philosophen der Aufklärung, zu erinnern, nämlich sich seines Verstandes ohne die Leitung eines anderen zu bedienen. „Sapere aude! – Wage zu denken!“ Diese Aufforderung gab Peter Pelz den Schulabgängern mit auf ihren weiteren Lebensweg. Zu dieser Abiturfeier waren, wie in jedem Jahr, wieder zahlreiche Ehemalige erschienen, die es sich nicht nehmen lassen, ihre „alte Penne“ in regelmäßigen Abständen zu besuchen, so auch die „goldene Abiturientia“ des Jahres 1963. Gisela Burgmer und Josef Heck verließen gar vor 71 Jahren das Traditionsgymnasium mit dem Reifezeugnis. Die Feier wurde musikalisch gestaltet von dem Schulorchester unter der Leitung von Markus Wolsiffer, der Big Band unter der Leitung von Tobias Meyer und dem Oberstufenchor unter der Leitung von Martin Leineweber.

Waltraud Meux

Liste der für ihr besonderes Engagement ausgezeichneten Schülerinnen und Schüler

Liste der gesamten Abiturientia hier