22.03.2019 :: Fachschaften / Musik / Bundeskongress Musikunterricht Weimar / 
1600 Musiklehrerinnen und Musiklehrer in Weimar

Erstmalig gemeinsam ausgerichtet von den beiden großen deutschen Musiklehrerverbänden, dem Verband deutscher Schulmusiker (VdS) und dem Arbeitskreis für Schulmusik (AfS), fand in Weimar der Bundeskongress Musikunterricht statt. Dementsprechend groß war auch die Zahl der Teilnehmer: Mehr als 1600 Musikpädagogen prägten mit ihrem Tagungsplan in der Hand und der Jutetasche über der Schulter hängend fünf Tage lang das Stadtbild. Das Kursangebot war nicht nur auf die imposante Weimarhalle als Veranstaltungsort beschränkt, sondern wurde auf die zahlreichen repräsentativen Gebäude der Stadt, die allesamt fußläufig erreichbar sind verteilt. Dabei galt es mehr als 300 Kurse zu den unterschiedlichen Themen des Musikunterrichts zu koordinieren, was dem Planungsbüro hervorragend gelungen ist. Die bunte Veranstaltungspalette reichte von Kursen zum Vorschulunterricht bis zum Unterricht in der Sekundarstufe II, von Kursen zum Unterricht in der Musikschule bis zum Unterricht in der Förderschule, von interaktiven Workshops über Vorträge und Podiumsdiskussionen bis zum abendlichen Konzert. Der Teilnehmer hatte die Qual der Wahl zwischen Themen wie Kreative Musiksoftware und Tänze für den bewegten Musikunterricht, zwischen Warum groovt meine Klasse nicht? und Kooperatives Lernen, zwischen Jazzharmonik für Einsteiger und Komponieren im Unterricht, zwischen Live-Looping und Unterrichtsstörungen im Musikunterricht, zwischen Bauhaus und Musik und Drum Circle, von Wagner wagen bis J.S. Bach – von Menuett bis Crossover, um nur einige zu nennen. Ein Schwerpunkt war auszumachen in den Bereichen ganzkörperliche Erfahrung rhythmischer Phänomene und Tanz.

In den Pausen wurde eifrig kritisiert, geschwärmt und gefachsimpelt und so manch vergessen geglaubte Bekanntschaft wurde wieder aufgefrischt. Namhafte Persönlichkeiten der Musikpädagogik gaben sich die Klinke in die Hand und alle einschlägigen Verlage präsentierten im Foyer der Weimarhalle ihre neuesten Publikationen.

Und dann ist da auch noch die Stadt Weimar an sich. Wer hier nicht ins Schwärmen gerät, dem ist nicht zu helfen. Allein ein Aufenthalt in dieser Stadt ist Fortbildung genug. Goethes Satz hat immer noch Gültigkeit: „Wo finden Sie auf so einem engen Fleck noch so viel Gutes!“ Weimar ist zweifellos eine blank polierte Schatztruhe der Kultur und hat zu alledem in puncto Gastlichkeit einiges zu bieten, wie z. B. eine flächendeckende Versorgung von Gästen und Bevölkerung mit Original Thüringer Rostbratwürsten zu einem erschwinglichen Preis.

(Martin Leineweber)