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Die Nachkriegszeit

Die ersten Jahre nach dem Krieg bildeten Jahre großer Not. Zwar konnte schon am 1. Oktober 1945 die Schule wieder geöffnet werden, allerdings musste die Schulgemeinschaft in die Volksschule ausweichen, da im Gymnasium kein Raum mehr zu benutzen war. Zehn Lehrer und 126 Schüler stellten sich zu Schulbeginn ein. Im Rahmen der Entnazifizierungsmaßnahmen erhielten allerdings nur sieben Lehrer eine Unterrichtserlaubnis, 13 Lehrer waren noch in Kriegsgefangenschaft. Die äußeren Umstände dieser Zeit machten viel Improvisation notwendig. So hatte man neben den beengten Räumlichkeiten kaum von den Besatzungsbehörden genehmigte Bücher, das Beheizen der Räume war fast unmöglich und das normale Handwerkszeug’ für den Schulalltag fehlte nahezu vollständig. Das Hauptproblem bildete allerdings sicherlich die Ernährungslage. In dieser Hinsicht verschafften die Hilfslieferungen aus Schweden, der Schweiz und aus Amerika etwas Linderung. Sie ermöglichten für eine gewisse Zeit die Schulspeisung für bis zu 180 Schüler.
Im November 1945 wurde aus der "Deutschen Oberschule" wieder das Gymnasium, diesmal mit Französisch als erster Fremdsprache, das erst 1957 vom Latein verdrängt wurde.
Das Bischöfliche Konvikt hatte ebenfalls zum Schulanfang seine Pforten wieder geöffnet, das Internat in Niederprüm nebst Progymnasium öffnete 1946.
Da die Lehrpläne von 1938 natürlich nicht mehr zu verwenden waren, griffen die Schulen zunächst auf die letzten Lehrpläne der Weimarer Republik zurück und machten sie zur Grundlage des Unterrichts. Erst 1950 erschien der erste "Lehrplan für höhere Schulen des Landes Rheinland-Pfalz". Der junge Mensch sollte fortan zu klarem selbstständigem Denken und zu eigener Urteilsfähigkeit erzogen werden. Hatte man sich in diesen ersten Jahren nach dem Krieg einigermaßen mit den schwierigen Verhältnissen arrangiert, so brachte die Katastrophe des 15. Juli 1949 – ein Sprengstofflager in der Nähe der Spitze des Prümer Kalvarienberges geriet in Brand explodierte, zerstörte 30 % der mühsam wiederaufgebauten Stadt und riss 13 Menschen mit in den Tod - einen schweren Rückschlag.
Erst kurz vor den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstages der Schule (1952) konnte die Schulgemeinschaft wieder in ihre angestammten Räumlichkeiten zurückkehren.

(Quellen: [1] Dieser Beitrag bildet im Wesentlichen eine Kurzfassung der ausführlichen Darstellung der Schulgeschichte durch Franz Josef Faas, erschienen in: Franz Josef Faas, Regino-Gymnasium Prüm. 450 Jahre Schulgeschichte, Trier 1989. Ergänzende Informationen stammen aus: Festschrift zur 75jährigen Jubelfeier des Staatlichen Gymnasiums Prüm, 1927. Die Fotos stellte uns freundlicherweise Herr Theo Hafner aus seiner Privatsammlung zur Verfügung. Die neuere Schulgeschichte wird im Beitrag von Herrn Johannes Horn zusammengefasst.)