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Die Weimarer Republik

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Ausrufung der Republik im Jahre 1918 nahmen zunächst einmal die Amerikaner als Besatzungsmacht die Räumlichkeiten des Gymnasiums in Beschlag. Erst im Mai 1919 konnte der Unterricht – zumindest teilweise - wieder aufgenommen werden, wenn auch unter schwierigen Bedingungen. So hatte man auf den Reifezeugnissen des ersten Nachkriegsjahres noch die alten Formulare benutzen müssen und den Titel in der Kopfzeile "Königlich" nur provisorisch durch "Staatlich" ersetzt. Die neue Zeit machte sich denn auch in der Festkultur der Schule bemerkbar: An Stelle der Geburtstagsfeier für den Kaiser wurde nun der Verfassungstag begangen. Doch die Organisation des Schulalltags war zunächst sehr beschwerlich. Schwerwiegend waren die Schäden an Gebäude und Inventar, die durch die Fremdbelegung im und nach dem Krieg hervorgerufen worden waren. Besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden die Bibliothek und die naturwissenschaftliche Sammlung. Aufgrund der äußerst angespannten wirtschaftlichen Situation konnte in diesen Bereichen nur sehr spärlich nachgebessert werden. Nach Abzug der Amerikaner im Juni 1919 folgte bis 1930 die französische Besatzungszeit. Besonders das Jahr 1923 wurde für die Schule zu einem ausgesprochenen Krisenjahr. Neben den Auswirkungen der Inflation schlug auch der Ruhrkampf hohe Wellen. So musste das Gymnasium die Ausweisung von sechs von elf Lehrkräften aus dem linksrheinischen Gebiet verkraften; sie konnten erst im Herbst des folgenden Jahres zurückkehren.
1926 wurde im Rahmen der Neugestaltung der Volksschullehrerbildung das Lehrerseminar aufgehoben. Bis 1926 waren etwa 1000 Lehrer am Prümer Seminar ausgebildet worden – mit der Schlussfeier im März 1926 endete somit ein Stück Schulgeschichte. Doch auch ein neues Stück Schulgeschichte wurde in diesem Jahr geschrieben: Erstmals konnten ab jetzt Mädchen in Prüm Abitur machen – die ersten erreichten 1931 ihr Ziel. Zudem gründete der Orden des hl. Vinzenz von Paul in Niederprüm sein Progymnasium mit Internat in diesem Jahr.
1927, man beging den 75. Geburtstag der Schule, wurde Regino von Prüm zum Namenspatron der Schule. 1929 zählte die Schule 398 Schüler in 39 Klassen unter einem Kollegium von insgesamt 24 Lehrern.

 (Quellen: [1] Dieser Beitrag bildet im Wesentlichen eine Kurzfassung der ausführlichen Darstellung der Schulgeschichte durch Franz Josef Faas, erschienen in: Franz Josef Faas, Regino-Gymnasium Prüm. 450 Jahre Schulgeschichte, Trier 1989. Ergänzende Informationen stammen aus: Festschrift zur 75jährigen Jubelfeier des Staatlichen Gymnasiums Prüm, 1927. Die Fotos stellte uns freundlicherweise Herr Theo Hafner aus seiner Privatsammlung zur Verfügung. Die neuere Schulgeschichte wird im Beitrag von Herrn Johannes Horn zusammengefasst.)


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